Laut Plan waren es 4 spielfreie Wochen, in realitas kam noch eine Woche hinzu - Dank der Absage der Spandauer Truppe vom letzten Wochenende, die uns 2 Punkte kampflos überlassen wollten. Solch lange Wettkampfpausen können hilfreich sein, um Wunden zu lecken und durch Erholung erneut Kräfte entwickeln zu können, sie können aber auch einen Lauf unnötig stören und Unruhe in ein motiviertes Team bringen. Und wenn dann noch der "Angstgegner" aus der Hinrunde den ersten Messpunkt nach eben beschriebener Pause darstellt, kann im Vorfeld auch mal ein wenig Unruhe und Unsicherheit aufkommen... Soweit die Vorgeschichte zum gestrigen "Topspiel" des 13. Spieltags der Bezirksliga C gegen den Gast aus dem Nachbarbezirk, der HSG Charlottenburg II. Die im Durchschnitt recht junge Truppe des Gegners wirkte schon beim Aufwärmen hoch motiviert - als wollte sie den Erfolg aus dem Hinspiel unbedingt wiederholen. Doch mit dem Anpfiff der beiden Schiedsrichter schien den Charlottenburgern, die teilweise die ganze Hallenlänge für ihre beeindruckenden Warm-up-Sprints benötigt hatten, irgendwie die Luft ausgegangen zu sein. Behäbig, langsam und drucklos wirkten die Angriffe des Gegners. Kein Kraut schien gewachsen gegen unsere starke 6:0-Deckung und unseren sicheren Torwart. Wir dagegen konnten durch konsequentes Gegenstoßverhalten schnell ein wenig davonziehen, sechs Tore Abstand waren es bereits nach 10 Minuten. Das hatten auch wir nicht erwartet. Vielleicht lief es zu einfach für uns, vielleicht wurden wir dadurch auch etwas zu übermütig: Nach starker Anfangsphase schlichen sich nun plötzlich dumme, individuelle Fehler in unser Spiel ein. Ungenaue Pässe, miserable Wurfquote, schlechte Deckungsleistung - plötzlich war unsere Konzentration dahin. Die HSG nutzte dies in ihrer besten Phase dieses Abends effektiv aus und kam zu einfachen Toren. Schnell schmolz unser Vorsprung auf 2 Tore zum 10:8 zusammen. Dem Handballgott sei Dank konnten wir uns aber recht rasch wieder fangen und unsere Anfangskonzentration wiedererlangen, um die drucklosen Charlottenburger erneut auskontern zu können. Mit 17:10, was einer Vorentscheidung glich, ging es in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel versuchte der Gegner noch einmal, sich aufzubäumen und eine richtige "Klatsche" zu vermeiden. Doch bereits in der 35. Spielminute war alles entschieden: Die HSG gab sich ab dem Stand von 22:13 offensichtlich geschlagen. Unser Torhunger war aber noch lange nicht gestillt. Konter um Konter liefen wir in Richtung des bedauernswerten Torwarts der Charlottenburger - er sollte am Ende 39 mal hinter sich greifen müssen. Mit 39:20 gewannen wir am Ende hochverdient. Unsere Abwehr zeigte mal wieder eine beachtliche Leistung, Christian im Tor gab der Defensive zusätzliche Sicherheit. Im Angriff beeindruckte mich am meisten der unbedingte Wille, schnell zu spielen. Kaum ein Konter wurde ausgelassen, obwohl das Spiel bereits so früh entschieden war. So kann es weiter gehen. Fürchten brauchen wir uns in dieser Verfassung vor niemandem... |