Zum letzten Heimspiel der Saison hatten wir die Reserve des Vfl Tegel zu Gast. Nach der schwachen Vorstellung des letzten Wochenendes war hier zum einen Wiedergutmachung gefordert, zum anderen galt auch der psychologische Aspekt, das angeknackste Selbstbewusstsein wieder zu kitten, bevor es am kommenden Wochenende zum Relegationturnier gehen wird. Und last but not least wollten wir natürlich all das, was wir in den letzten Wochen in den Trainingseinheiten so mühsam einstudiert hatten, endlich auch einmal gewinnbringend einsetzen. Wir hatten uns also einiges vorgenommen. Schon in den ersten Sekunden des Spiels zeigte sich, dass wir es ernst meinten. Auch wenn noch nicht alles technisch einwandfrei ausgeführt wurde - wir spielten mit hoher Einsatzbereitschaft, Kampfeswillen und mit viel Tempo. Die 6:0-Abwehr stand sehr stabil, wenn auch manchmal noch etwas zu passiv. Der Gegner kam nur zu wenigen Torchancen - sobald uns der Ball in die Hände fiel, ging es mit hoher Geschwindigkeit und viel Druck nach vorne zum Gegenstoß. Teilweise überrannten wir den Gegner förmlich mit unserem Tempospiel. Im Positionsangriff spielten wir überlegt und konstruktiv und konnten somit die Fehlerquote wesentlich geringer halten als in den letzten Spielen. Der Halbzeitstand von 19:10 war absolut gerechtfertigt und verdient. Die zweite Hälfte begannen wir mit der für uns neuen Abwehrformation 5:1 mit Paul auf der eins. Während die Abwehr besser funktionierte als erwartet, wies das Gegenstoßverhalten und das Angriffspiel plötzliche deutliche Schwächen auf. Die funktionalen Konzepte wurden nicht mehr konsequent von allen beachtet, was zu Einzelaktionen, zu frühen Abschlüssen und chaotischen Zufallspiel führte. Durch eine kurze Umstellung bekamen wir das aber recht ordentlich wieder in den Griff und konnten so den temporeichen, konstruktiven Torreigen wieder fortsetzen. 43:21 hieß es nach einseitigen, aber aus unserer Sicht sehr, sehr wichtigen 60 Minuten. Jeder von uns hat gestern gespürt, was wir gemeinsam leisten können, wenn wir zusammen konstruktiv an einem Strang ziehen. Sicherlich werden die beiden Gegner am kommenden Wochenende ein anderes Kaliber haben. Aber wie sagte Erich noch so schön: "Unsere Stärke ist es, dem Gegner den Spaß am Handball zu nehmen." Tegel hatte gestern keinen Spaß - und ich verspreche den beiden anderen Aufstiegsaspiranten jetzt schon mal, dass es für Sie nicht allzuviel zu lachen geben wird.
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